Timo Bender Timo Bender

Pizzarun Innsbruck – Lauf. Iss. Übergib.

Es gibt Laufevents, die man erklärt. Und es gibt welche, die man sofort versteht.

Der Pizzarun ist das zweite.

Die Idee

Ein Staffellauf. Teams aus drei bis fünf Personen. Jeder läuft eine 2-Kilometer-Runde. Dann wird gegessen: ein ganzes Stück Pizza. Erst wenn der letzte Bissen weg ist, darf der nächste Läufer los. Kein Wegwerfen. Kein Teilen. Kein Tricksen. Der Pizzarichter sieht alles.

Das Team, das als erstes alle Runden absolviert hat, gewinnt. Was es gewinnt? Ruhm. Und wahrscheinlich Sodbrennen.

Warum wir das machen

Weil Laufen zu ernst geworden ist.

Nicht falsch verstehen – wir lieben die Distanz, die Stille, die langen Nächte auf der Strecke. Dafür gibt es 13_13. Aber manchmal braucht es etwas anderes. Etwas, das nach Käse riecht und nach Freitagabend schmeckt.

Der Pizzarun ist unser Weg, die Running-Community in Innsbruck zusammenzubringen. Kein Startgeld, keine Zeitmessung, kein Druck. Nur ein Abend, an dem verschiedene Runclubs gegeneinander antreten – und danach zusammen sitzen.

Für wen?

Für alle, die laufen. Oder die Pizza mögen. Idealerweise beides.

Wir laden die Runclubs aus Innsbruck ein, jeweils ein Team zu stellen. DNA Trails, KRAFT Runners, Happy Fitness, Laufwerkstatt, Innsbruck Läuft – und natürlich treten wir selbst an. Aber auch spontane Teams sind willkommen. Drei Leute, ein Teamname, fertig.

Du musst kein Ultraläufer sein. Du musst keine bestimmte Pace laufen. Du musst nur bereit sein, nach zwei Kilometern ein Stück Pizza zu essen und danach weiterzumachen. Klingt einfach. Ist es auch – bis Runde drei.

Wann und wo?

Der erste Pizzarun findet an einem Freitagabend in Innsbruck statt. Genaues Datum und Strecke geben wir rechtzeitig auf Instagram bekannt. Treffpunkt ist irgendwo am Inn, Start gegen 19 Uhr, Ausklang mit der restlichen Pizza und allem, was der Abend noch bringt.

Folge uns auf Instagram für Updates.

Die Pizza-Frage

Ja, die Pizza ist echt. Vom Ofen. Aus einer Innsbrucker Pizzeria. Und ja, du musst wirklich das ganze Stück essen. Margherita, weil wir nicht Monster sind.

Was das mit 13_13 zu tun hat

Der Pizzarun ist kein eigenes Event – er ist Teil von dem, was wir aufbauen. Eine Community, die gemeinsam läuft. Mal 24 Stunden am Stück. Mal 2 Kilometer mit vollem Magen.

Wer den Pizzarun überlebt, ist bereit für alles. Auch für eine Nacht auf der Strecke.

Mehr über 13_13 – das 24-Stunden-Laufevent in Innsbruck →

Mitmachen

Du willst mit deinem Runclub antreten? Oder ein eigenes Team zusammenstellen? Schreib uns auf Instagram oder per Mail an info@from13to13.com.

Keine Anmeldung, kein Formular. Einfach melden. Wir sagen euch, wann und wo.

Der Pizzarun ist eine Veranstaltung des 13_13 Runclub in Innsbruck. Kostenlose Teilnahme. Pizza inklusive. Würde exklusive.

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Timo Bender Timo Bender

10 legendäre Lauf-Events, die uns inspirieren – und was wir von ihnen gelernt haben

Die Laufwelt ist voll von Events, die größer sind als der Sport selbst. Veranstaltungen, bei denen es nicht um Bestzeiten geht, sondern um Erlebnisse, die sich ins Gedächtnis brennen. Um Rituale, die Läufer immer wieder zurückkommen lassen. Um Gemeinschaften, die aus Fremden eine Familie machen.

Wir haben uns die faszinierendsten Ultramarathons und Lauf-Events der Welt angesehen – nicht als Zuschauer, sondern als Lernende. Denn als wir 13_13 in Innsbruck entwickelt haben, wollten wir nicht einfach "noch ein Lauf-Event" schaffen. Wir wollten verstehen, was die Großen groß macht. Und das Beste davon in die Tiroler Alpen bringen.

Hier sind die 10 Events, die uns am meisten geprägt haben – und die konkrete Lektion, die wir aus jedem einzelnen für 13_13 mitgenommen haben.

1. Big's Backyard Ultra – Tennessee, USA

Das ehrlichste Format der Welt.

2011 hat Lazarus Lake – der Mann hinter den legendären Barkley Marathons – ein Format erfunden, das in seiner Einfachheit brutal ist: Lauf eine 6,7-km-Runde. Jede Stunde. Zur vollen Stunde. Wer nicht rechtzeitig zurück ist, ist raus. Der letzte Läufer, der noch steht, gewinnt. Alle anderen – egal ob nach 5 oder 100 Runden – werden als DNF gewertet.

Das Backyard Ultra ist mittlerweile ein globales Phänomen: über 60 Länder, nationale Meisterschaften, ein Team-Weltrekord von über 100 Runden. Und das alles ohne Marketingbudget, ohne große Sponsoren, ohne offizielle Website. Das Format verbreitet sich, weil es so einfach zu erklären und so fesselnd zu verfolgen ist: Jede Stunde eine Entscheidung. Weitermachen oder aufhören.

Was wir gelernt haben: Das Loop-Format ist kein Kompromiss – es ist der Kern. Die wiederkehrende Runde, das immer wieder Loslaufen vom selben Punkt, die Entscheidung pro Runde: Genau das macht 13_13 aus. Unser 6-km-Loop ist kein Zufall. Er ist die bewusste Entscheidung für ein Format, das mental fordert, sozial verbindet und logistisch funktioniert.

2. Western States 100 – Kalifornien, USA

Der Ursprung der 100 Meilen – und die emotionalste Stunde im Laufsport.

1974 lief Gordy Ainsleigh die Strecke des Western States Trail Ride – eines Pferderennens – zu Fuß. Damit war der moderne 100-Meilen-Lauf geboren. Heute ist Western States der prestigeträchtigste Ultramarathon der Welt: 100 Meilen durch die Sierra Nevada, von Olympic Valley nach Auburn, 30 Stunden Cutoff, nur rund 370 Startplätze – vergeben per Lotterie.

Aber die Magie von Western States liegt nicht bei den Siegern. Sie liegt in der letzten Stunde. Zwischen 29 und 30 Stunden, der sogenannten "Golden Hour", kommen die letzten Finisher ins Ziel – auf der Tartanbahn der Placer High School. Die Tribünen sind voller als bei der Siegerehrung am Vorabend. Tausende Zuschauer feuern Menschen an, die seit fast 30 Stunden unterwegs sind. Läufer weinen. Crews weinen. Fremde umarmen sich. Das Stadion bebt lauter für den vorletzten Finisher als für den Ersten.

Was wir gelernt haben: Der letzte Finisher verdient den lautesten Applaus. Bei 13_13 gibt es keine Bestenliste und keine Siegerehrung nach Platzierung. Stattdessen wollen wir unseren eigenen "Golden Hour"-Moment schaffen: Die letzten Stunden, wenn die Sonne aufgeht und die Läufer, die die Nacht durchgehalten haben, ihre letzten Runden drehen. Das ist der emotionale Höhepunkt.

3. Barkley Marathons – Tennessee, USA

Das Mysterium.

Seit 1986 versuchen Läufer, fünf Runden durch die Wälder um das Brushy Mountain State Penitentiary in Tennessee zu absolvieren – rund 160 km mit über 16.000 Höhenmetern, ohne markierte Strecke, mit Navigation per Kompass und Karte. Es gibt keine offizielle Website, keine Online-Anmeldung (man bewirbt sich per Essay), und der Start wird per Muschelhorn angekündigt. In fast 40 Jahren haben nur eine Handvoll Menschen das Rennen innerhalb des 60-Stunden-Limits beendet.

Barkley ist das Anti-Event: Kein Sponsor, kein Livestream, kein Instagram-Feed. Die Mystik IS das Marketing. Die Tatsache, dass fast jeder scheitert, macht es zum meistdiskutierten Ultramarathon der Welt.

Was wir gelernt haben: Anders sein ist kein Risiko – es ist der einzige Weg, aufzufallen. Wir wollen mit 13_13 kein Standard-Rennen machen. Kein Start-Banner, keine Chip-Zeitmessung, kein Ergebnisportal. Stattdessen ein Ritual, das seine eigenen Regeln hat. Barkley hat uns den Mut gegeben, Konventionen zu brechen.

4. Javelina Jundred – Arizona, USA

Die Mutter des Party-Loops.

Seit 2002 laufen Ultraläufer im McDowell Mountain Regional Park bei Phoenix 100 Meilen auf einer Loop-Strecke – und feiern dabei, als wäre es Halloween. Das liegt daran, dass es Halloween ist: Das Javelina Jundred findet jedes Jahr am letzten Oktober-Wochenende statt. Die Teilnehmer laufen in Kostümen, die Verpflegungsstationen heißen "Jackass Junction" und "Rattlesnake Ranch", und die Aid Station auf der Rückseite des Kurses verwandelt sich nachts in eine Wüsten-Disco mit Glitter und Diskokugel.

Mit über 1.600 Teilnehmern über alle Distanzen ist das Javelina Jundred eines der größten 100-Meilen-Rennen der USA – und gleichzeitig eines der zugänglichsten. Der relativ flache Wüstenkurs macht es zum beliebten Debüt-100-Meiler, und die Loop-Struktur sorgt dafür, dass Crew und Läufer ständig in Kontakt bleiben.

Was wir gelernt haben: Ein Ultramarathon darf Spaß machen. Javelina beweist, dass Partyatmosphäre und extreme Leistung sich nicht widersprechen. Unser Basecamp bei 13_13 soll genau diesen Spirit haben: Musik, Lichter, warme Suppe, gute Stimmung – kein klinischer Versorgungsposten, sondern ein Ort, zu dem du jede Runde gerne zurückkommst.

5. Marathon des Sables – Marokko

Die Legende in der Sahara.

Sechs Etappen, rund 250 km, selbstversorgend durch die Sahara. Seit 1986 ist der Marathon des Sables der ikonischste Etappenlauf der Welt. Die Teilnehmer tragen Essen, Schlafsack und Ausrüstung für die gesamte Woche selbst – nur Wasser und Zelte werden gestellt. Abends liegen acht Fremde in einem Berberzelt und teilen sich Geschichten und Blasenpflaster.

Was den MdS über Jahrzehnte am Leben hält, ist nicht die Wüste. Es ist das Camp. Die erzwungene Nähe, die geteilte Erschöpfung, die Freundschaften, die in sechs Tagen entstehen und ein Leben lang halten. Der Marathon des Sables verkauft keine Laufstrecke – er verkauft eine Erfahrung.

Was wir gelernt haben: Camp-Leben erzeugt tiefere Verbindungen als jede Ziellinie. Bei 13_13 ist das Basecamp nicht nur Versorgungsstation – es ist der soziale Mittelpunkt des Events. Wir wollen, dass Teilnehmer dort kochen, reden, sich gegenseitig aufbauen und Erinnerungen schaffen. Die Runde ist das Training. Das Basecamp ist das Erlebnis.

6. Comrades Marathon – Südafrika

Der Älteste und Größte.

Seit 1921. Rund 89 km zwischen Durban und Pietermaritzburg – jedes Jahr in wechselnder Richtung. Über 20.000 Teilnehmer. 12 Stunden Cutoff. Der Comrades Marathon ist der traditionsreichste und teilnehmerstärkste Ultramarathon der Welt.

Und er ist das ultimative Beispiel für radikale Inklusion: Beim Comrades laufen Weltklasse-Athleten neben Hobbyläufern, die das Zeitlimit bis auf die letzte Minute ausreizen. Es gibt keine VIP-Zone, keinen Elitebereich. Alle kämpfen gegen dieselbe Strecke, dieselbe Hitze, dasselbe Zeitlimit. Die "Wir sitzen alle im selben Boot"-Mentalität des Comrades hat über 100 Jahre Tradition – und sie funktioniert, weil sie echt ist.

Was wir gelernt haben: Kein elitärer Filter. Bei 13_13 gibt es keine Qualifikation, keine Mindestdistanz, keine Pace-Vorgabe. Ob du 24 Stunden durchläufst, als Staffel antrittst, oder die Hälfte der Zeit gehst: Du bist genauso Teil des Events wie jeder andere. Inklusion ist nicht nett – Inklusion ist Kern.

7. Hardrock 100 – Colorado, USA

Küss den Fels.

102,5 Meilen durch die San Juan Mountains in Colorado. 10.000 Höhenmeter bergauf. Durchschnittliche Höhe über 3.350 Meter. 48 Stunden Cutoff. 146 Teilnehmer, ausgelost per Lotterie. Statt einer Ziellinie küssen die Finisher den "Hardrock" – ein Widder-Bild auf einem Felsbrocken aus der Bergbauzeit. Jedes Jahr wechselt die Laufrichtung.

Hardrock ist technisch einer der härtesten Ultras der Welt. Aber was ihn wirklich besonders macht, ist die Atmosphäre: Das Teilnehmerfeld ist so klein und die Community so eng, dass sich nach wenigen Ausgaben alle kennen. Es gibt Alumni-Treffen, gemeinsame Trainingscamps und eine aktive Online-Community mit über 1.000 Mitgliedern. Finisher kommen als Volunteers zurück. Volunteers werden zu Läufern. Die Hardrock-Family ist kein Marketing-Claim – sie ist Realität.

Was wir gelernt haben: Klein ist besser als groß. Wir haben 13_13 bewusst auf mehrere hundert Teilnehmer begrenzt – nicht weil wir nicht größer könnten, sondern weil Familiäres nur in überschaubarer Größe funktioniert. Unser Ziel: Dass du nach der ersten Edition mindestens drei Menschen beim Vornamen kennst, mit denen du vorher nie gesprochen hast.

8. Ultra-Trail du Mont-Blanc (UTMB) – Chamonix, Frankreich

Der Superbowl des Trailrunnings.

171 km, 10.000 Höhenmeter, rund um den Mont Blanc durch Frankreich, Italien und die Schweiz. Seit 2003 ist der UTMB das größte und bekannteste Trailrunning-Event der Welt – mit einer gesamten Event-Woche, die verschiedene Distanzen von 15 km bis 171 km umfasst und Zehntausende Läufer und Zuschauer nach Chamonix bringt.

Der UTMB hat es geschafft, Trailrunning von einer Nischensportart zum globalen Phänomen zu machen. Die UTMB World Series umfasst mittlerweile Events auf allen Kontinenten – ein echtes Ökosystem mit Qualifikationsrennen, Punktesystem und Weltfinale.

Was wir gelernt haben: Denke in Ökosystemen, nicht in Einzelevents. Unser langfristiges Ziel ist es, 13_13 (24-Stunden-Lauf) und Everest Tirol (Endurance Hiking) als zwei Formate eines Ausdauer-Ökosystems zu positionieren – mit dem 13_13 Runclub in Innsbruck als Einstiegspunkt. Jemand kommt zum Runclub, läuft 13_13, wandert Everest Tirol – und kommt jedes Jahr wieder.

9. Tarawera Ultra-Trail – Rotorua, Neuseeland

Wo Laufen und Kultur eins werden.

In Rotorua, auf der Nordinsel Neuseelands, findet eines der zugänglichsten und zugleich kulturell bedeutsamsten Ultramarathon-Events der Welt statt. Der Tarawera Ultra-Trail – seit 2024 Teil der UTMB World Series – führt Läufer an acht Seen entlang, durch uralten Urwald, vorbei an Wasserfällen und geothermalen Landschaften. 2026 nahmen über 5.500 Läufer teil, 55% davon aus dem Ausland.

Was Tarawera einzigartig macht, ist die tiefe Verbindung zur Māori-Kultur. Das Konzept des "manaaki" – eine gegenseitige Wärme und Gastfreundschaft – durchzieht das gesamte Event. Das Rennen beginnt mit einer Māori-Zeremonie, die Strecke führt durch kulturell bedeutsame Gebiete, und die Veranstalter sprechen nicht von Teilnehmern, sondern von "whānau" – Familie. 2026 erreichte Tarawera als erstes UTMB World Series Event eine 50:50-Geschlechterverteilung.

Was wir gelernt haben: Gastfreundschaft ist kein Service – sie ist eine Haltung. Wir wollen die Tiroler Gastfreundschaft bei 13_13 nicht als Klischee inszenieren, sondern als echtes Willkommen: Egal woher du kommst, egal wie schnell du bist – am Basecamp in Innsbruck bist du Teil der Gemeinschaft. Und die Verbindung zum Ort – dem Inn, der Nordkette, der Tiroler Nacht – soll bei jedem Schritt spürbar sein.

10. The Speed Project – Los Angeles nach Las Vegas, USA

Das Anti-Rennen.

Keine offizielle Anmeldung. Keine Website (manchmal). Keine Regeln, keine Route, keine Zuschauer. The Speed Project ist ein unsanktionierter 340-Meilen-Staffellauf von Los Angeles nach Las Vegas – gegründet 2013 von Nils Arend, einem Deutschen aus Hamburg, der genug hatte von überregulierten Marathons.

Jede Ausgabe hat 60–80 Teams (je 6 Läufer plus Crew), eingeladen per WhatsApp vom Gründer persönlich. Es gibt keine Sponsoren, kein Preisgeld und keine offizielle Ergebnisliste. Dafür gibt es Geschichten: Hundeattacken in der Mojave-Wüste, 3-Uhr-morgens-Schichten auf dem Highway, Hitzeerschöpfung und Teamdynamiken, die alles offenlegen. Laufmarken wie Tracksmith und Satisfy schicken Teams – nicht als Sponsoren, sondern als Teilnehmer, weil der Content, der dort entsteht, unbezahlbar ist.

Was wir gelernt haben: Erstens: Ein Deutscher aus Hamburg hat eines der international relevantesten Lauf-Events geschaffen – von Europa aus kann man die globale Szene mitgestalten. Zweitens: Storys schlagen Ergebnisse. Niemand erinnert sich an den Sieger des Speed Project. Aber jeder erinnert sich an die Geschichten. Bei 13_13 wollen wir deshalb von Anfang an in Storytelling investieren: Teilnehmerportraits, Nachtvideos, die ehrlichen Momente zwischen Aufgeben-wollen und Weitermachen.

Was all diese Events gemeinsam haben

Zehn Events auf fünf Kontinenten. Verschiedene Distanzen, Formate, Kulturen. Und doch teilen sie alle dieselben Prinzipien:

Gemeinschaft vor Wettbewerb. Keines dieser Events lebt von seinen Siegern. Sie leben von den Geschichten der Menschen in der Mitte und am Ende des Feldes.

Das Format ist einfach erklärbar. "Lauf eine Runde pro Stunde." "100 Meilen in 30 Stunden." "Küss den Fels." Jedes Event lässt sich in einem Satz erklären – und trotzdem ein Leben lang erleben.

Rituale schaffen Zugehörigkeit. Der Hardrock-Kuss. Die Western States Buckle. Die Barkley-Muschel. Jedes Event hat physische und emotionale Marker, die Zugehörigkeit erzeugen.

Die Erfahrung beginnt weit vor dem Start. Training, Community, Vorbereitung – die besten Events geben ihren Teilnehmern monatelang das Gefühl, Teil von etwas zu sein, lange bevor sie an der Startlinie stehen.

Und was kommt jetzt?

Wir haben diese 10 Events studiert, besucht und mit ihren Communities gesprochen. Und dann haben wir uns eine Frage gestellt: Was wäre, wenn wir das Beste aus all diesen Formaten nehmen – und es nach Tirol bringen?

Das Ergebnis heißt 13_13.

Ein 6-km-Loop. 24 Stunden. Ein Basecamp. Kein klassisches Rennen – ein gemeinsames Ritual. Solo oder als Staffel. Am 12.–13. September 2026 in Innsbruck.

Die Loop-Mentalität des Backyard Ultra. Die Party-Atmosphäre von Javelina. Das Camp-Leben des Marathon des Sables. Die Inklusion von Comrades. Die Familiengröße von Hardrock. Die Emotionalität der Western States Golden Hour. Und der Mut von Barkley und dem Speed Project, Dinge komplett anders zu machen.

Wir versprechen nicht, dass 13_13 schon im ersten Jahr so legendär wird wie diese Vorbilder. Aber wir versprechen, dass jeder einzelne Aspekt unseres Events von den Besten gelernt ist.

Komm auf die Warteliste. Die Plätze sind begrenzt.

FAQ: Legendäre Ultramarathons und Lauf-Events

Was ist der härteste Ultramarathon der Welt? Das kommt auf die Definition an. Die Barkley Marathons gelten als das Event mit der niedrigsten Finisher-Quote. Hardrock 100 und UTMB gehören zu den technisch und physisch anspruchsvollsten. Der Marathon des Sables fordert durch Selbstversorgung in der Sahara eine einzigartige Kombination aus Ausdauer und Logistik.

Was ist der älteste Ultramarathon? Der Comrades Marathon in Südafrika wird seit 1921 ausgetragen und ist damit der älteste und größte Ultramarathon der Welt.

Wie melde ich mich für die Barkley Marathons an? Es gibt kein offizielles Anmeldeformular. Interessierte bewerben sich per Essay beim Race Director Lazarus Lake. Die genauen Anforderungen sind nicht öffentlich – das Geheimnis ist Teil des Konzepts.

Was kostet die Teilnahme an einem Ultramarathon? Die Bandbreite ist enorm: Backyard Ultras kosten oft nur einen symbolischen Betrag, Western States rund 400 USD, der Marathon des Sables mehrere Tausend Euro. Bei 13_13 in Innsbruck gibt es verschiedene Teilnahmeoptionen – alle Infos findest du auf unserer Teilnahme-Seite.

Gibt es Ultramarathons in Österreich? Ja, unter anderem den Salzburg Trailrunning Festival, den Mozart 100, verschiedene Bergultramarathons in Tirol und ab September 2026 13_13 in Innsbruck – ein 24-Stunden-Event auf einem Rundkurs.

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Timo Bender Timo Bender

Warum wir montags laufen (und warum du dazugehörst!)

Montage haben einen schlechten Ruf. Sie gelten als das Ende der Freiheit und der Beginn der Pflicht. Wir sehen das anders. Für uns ist der Montag das erste Ritual der Woche.

Vielleicht hast du schon von unserem großen Ziel gehört: Dem 24-Stunden-Event im September 2026. Das klingt weit weg und vielleicht auch eine Nummer zu groß. Aber jedes große Ziel beginnt mit einem kleinen, wiederholbaren Schritt.

Genau das ist unser Monday Loop.

Dein neues Ritual: 18:00 Uhr am Inn

Wir glauben nicht an Motivation, wir glauben an Routine. Motivation bringt dich einmal vor die Tür. Routine hält dich draußen. Deshalb haben wir den 13_13 Community Run ins Leben gerufen.

Wir treffen uns jeden Montagabend in Innsbruck, um gemeinsam die Woche einzuläuten. Kein Stress, keine Bestzeiten, einfach nur Laufen.

Die Hard Facts zum Lauftreff

  • Wann? Jeden Montag, 18:00 Uhr (pünktlich!)

  • Wo? Herzog-Siegmund-Ufer 7, 6020 Innsbruck

  • Die Strecke: 6 Kilometer flach am Inn entlang. (Der klassische "Inn-Loop").

  • Das Tempo: Social Pace. Das heißt: Wir laufen so, dass wir uns unterhalten können. Niemand wird zurückgelassen. Wenn du 6km am Stück laufen kannst, bist du fit genug.

Warum "Social Pace" unser Ernst ist

Viele schrecken vor dem Wort "Lauftreff" zurück. Man denkt an verbissene Vereinsläufer, die auf die Uhr schauen, wenn man 10 Sekunden zu langsam ist. Das ist nicht unser Vibe.

Bei 13_13 gilt: Time > Distance. Und am Montag gilt: Community > Performance. Es ist der Ort, um abzuschalten, neue Leute aus Innsbruck kennenzulernen und die Beine locker zu machen. Es ist der perfekte Einstieg, wenn du neu in der Stadt bist oder einfach keine Lust mehr hast, immer alleine gegen den Wind am Inn anzukämpfen.

Vom Montagsläufer zum Ultraläufer?

Musst du einen Ultramarathon planen, um am Montag mitzulaufen? Absolut nicht. Aber du wirst merken: Die Energie in der Gruppe ist ansteckend. Vielleicht bleibst du bei den 6km. Vielleicht werden es irgendwann 12. Und vielleicht stehst du 2026 plötzlich mit einer Startnummer im Basecamp und fragst dich, wie das passieren konnte.

Alles beginnt mit dem ersten Loop.

Mach den Montag zu deinem besten Tag der Woche. Komm vorbei. Keine Anmeldung nötig. Bring Licht mit (im Winter) und gute Laune.

Wir sehen uns am Inn.

Melde dich gerne direkt auf Strava an!

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Timo Bender Timo Bender

Wenn der Spaß aufhört

Die erste Stunde ist ein Fest. Die zweite fühlt sich an wie Training. In der dritten denkst du, du bist unbesiegbar. Und dann kommt Loop 5.

Egal ob du schnell bist oder langsam: Irgendwann erwischt dich der Moment, den wir bei 13_13 den "Transition Point" nennen. Es ist der Augenblick, in dem die Anfangseuphorie wie eine Seifenblase zerplatzt.

Du hast vielleicht 30 Kilometer in den Beinen. Das ist eine ordentliche Distanz. Dein Körper meldet sich zum ersten Mal mit echtem Protest. Und dann machst du den tödlichen Fehler: Du rechnest.

"Ich bin seit 5 Stunden unterwegs. Ich habe noch 19 vor mir."

Willkommen in der Realität

Loop 5 ist gefährlich. Es ist noch hell. Die dramatische "Heldenreise" durch die Nacht hat noch nicht begonnen. Es ist einfach nur... weit. Die Strecke, die du in Runde 1 noch wunderschön fandest, kennst du jetzt. Der Schotterweg ist kein Abenteuer mehr, sondern einfach nur Steine.

Viele Läufer geben hier auf – nicht körperlich, sondern mental. Sie checken aus. Sie werden langsamer, weil sie den Sinn verlieren.

Aber genau hier liegt das Geheimnis des 24-Stunden-Rituals.

Langeweile als Waffe

Wir sind es gewohnt, ständig unterhalten zu werden. Musik, Podcasts, wechselnde Landschaften. Der Loop nimmt dir das weg. Er zwingt dich zur Wiederholung.

Wenn in Loop 5 die Langeweile kickt, hast du zwei Optionen:

  1. Dagegen ankämpfen: Dich ablenken, ärgern, schneller laufen (tödlich!).

  2. Akzeptieren: Verstehe, dass die Monotonie der eigentliche Trainer ist.

Die Strategie für das "Mittelfeld"

Wie überlebst du Loop 5 bis 10? Indem du aufhörst, an Loop 20 zu denken.

  • Der Tunnelblick: Dein Horizont ist nicht mehr "Morgen früh um 13 Uhr". Dein Horizont ist das nächste Basecamp.

  • Micro-Goals: "In dieser Runde trinke ich die Flasche leer." "In der nächsten Runde gehe ich den Anstieg."

  • Kill the Math: Hör auf zu rechnen. Mathematik ist der Feind des Ultraläufers. Es ist egal, wie viele Stunden noch übrig sind. Es zählt nur der nächste Schritt.

Fazit: Das Ende der Romantik

In Loop 5 stirbt die romantische Vorstellung vom heldenhaften Läufer. Was übrig bleibt, ist die Arbeit. Und genau deshalb sind wir hier. Nicht für das einfache "Runner's High" am Anfang, sondern für die Ruhe, die eintritt, wenn man akzeptiert, dass es noch sehr, sehr lange dauern wird.

Lauf weiter.

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Timo Bender Timo Bender

24-Stunden-Lauf: Der komplette Guide für Einsteiger

Teaser: 24 Stunden klingen für die meisten Menschen nach einer Unmöglichkeit. Doch das Format ist paradoxerweise oft einsteigerfreundlicher als ein Marathon. Warum? Weil du das Tempo bestimmst, nicht die Distanz. Hier ist dein Guide für das Abenteuer Loop.

24 Stunden laufen. Klingt verrückt. Klingt nach etwas, das nur Ultramarathon-Profis machen. Klingt nach einer Unmöglichkeit.

Und trotzdem ist ein 24-Stunden-Lauf paradoxerweise oft einsteigerfreundlicher als ein Marathon.

Warum? Weil du das Tempo bestimmst, nicht die Distanz. Es gibt keine Pace-Tabelle, an der du scheiterst. Keine Strecke, die du "schaffen" musst. Es gibt nur die Zeit – und die läuft für alle gleich.

Dieser Guide erklärt dir alles, was du für deinen ersten 24-Stunden-Lauf brauchst: Training, Pacing, Ernährung, Ausrüstung und das richtige Mindset. Egal, ob du solo läufst oder als Staffel mit deinem Team.

Was ist ein 24-Stunden-Lauf?

Bei einem 24-Stunden-Lauf läufst du nicht eine bestimmte Distanz, sondern eine bestimmte Zeit. Du hast 24 Stunden, um so viele Kilometer zu sammeln, wie du kannst – oder einfach, um dabei zu bleiben. Die meisten 24-Stunden-Läufe finden auf einem Rundkurs (Loop) statt, typischerweise zwischen 1 und 10 Kilometer lang.

Warum ein Rundkurs? Weil du bei jeder Runde am Basecamp vorbeikommst. Dort wartet deine Verpflegung, deine Wechselkleidung, dein Team, ein Stuhl und im besten Fall eine warme Suppe. Du bist nie weit von Hilfe entfernt. Das macht den 24-Stunden-Lauf zum sichersten Ultra-Format für Einsteiger.

Der entscheidende Unterschied zum Marathon: Bei einem Marathon musst du 42,195 km in einer bestimmten Cutoff-Zeit schaffen. Bei einem 24-Stunden-Lauf gibt es kein "Nicht geschafft". Ob du 50 km läufst, 100 km oder 24 Stunden lang abwechselnd gehst und im Basecamp sitzt – du bist Teil des Events. Es ist kein Rennen gegen andere. Es ist eine Erfahrung mit dir selbst.

Für wen ist ein 24-Stunden-Lauf geeignet?

Die ehrliche Antwort: Für mehr Menschen, als die meisten denken.

Du kannst einen 24-Stunden-Lauf in Angriff nehmen, wenn du:

  • regelmäßig 3–4× pro Woche läufst

  • einen Halbmarathon (21 km) am Stück laufen kannst

  • bereit bist, Gehen als Strategie zu akzeptieren, nicht als Versagen

  • ein Ziel suchst, das größer ist als deine nächste 10-km-Bestzeit

Du bist noch nicht so weit? Auch eine Staffel ist eine großartige Option. Bei 13_13 in Innsbruck kannst du als Team mit 2–8 Personen antreten. Ihr teilt euch die 24 Stunden auf, und jeder läuft so viel, wie er kann. Das senkt die Einstiegshürde massiv und macht es zum perfekten Teamevent.

Das Training: So bereitest du dich auf 24 Stunden vor

Niemand läuft im Training 24 Stunden am Stück. Das wäre nicht nur unnötig, sondern kontraproduktiv. Dein Ziel ist es, deinen Körper an zwei Dinge zu gewöhnen: lange Zeit auf den Beinen zu sein und auf müden Beinen weiterzulaufen.

Back-to-Back Long Runs: Der Goldstandard

Das ist die wichtigste Trainingsmethode für jeden 24-Stunden-Lauf. Die Idee ist simpel: Laufe an zwei aufeinanderfolgenden Tagen lang.

Beispiel-Wochenende:

  • Samstag: 20–30 km im lockeren Tempo (ca. 60–90 Sekunden langsamer als dein Marathontempo)

  • Sonntag: 15–20 km, ebenfalls locker

Der Sonntagslauf ist der eigentliche Trainingseffekt. Dein Körper startet mit müden Beinen – genau so, wie es sich in Stunde 12 deines 24-Stunden-Laufs anfühlen wird. Du lernst, mit schwerem Körper zu laufen, dein Pacing anzupassen und mental mit dem Unbehagen umzugehen.

Steigere die Distanz langsam. Die 10%-Regel gilt auch hier: Erhöhe den wöchentlichen Gesamtumfang um maximal 10% pro Woche. Baue alle 3–4 Wochen eine Erholungswoche mit reduziertem Umfang ein.

Gehen ist Training

Das ist der wichtigste Satz, den du als angehender 24-Stunden-Läufer verinnerlichen musst: Gehen ist keine Schwäche. Gehen ist eine Strategie.

Beim 24-Stunden-Lauf nutzt du andere Muskelgruppen als beim Joggen. Strammes Gehen (Power Hiking) entlastet die Laufmuskulatur, schont den Puls und hält dich trotzdem in Bewegung. Viele erfahrene 24h-Läufer wechseln bewusst zwischen Laufen und Gehen – nicht weil sie müde sind, sondern weil es die klügere Strategie ist.

Trainiere Gehen aktiv: Geh einmal pro Woche 60–90 Minuten zügig spazieren (6–7 km/h). Klingt banal, aber dein Körper muss sich an die Belastung auf andere Muskelgruppen gewöhnen.

Der 12-Wochen-Trainingsrahmen

Für Läufer, die bereits 40–50 km pro Woche laufen und einen Halbmarathon geschafft haben, ist ein 12-Wochen-Aufbau realistisch. So könnte die Struktur aussehen:

Wochen 1–4 (Aufbau):

  • 4 Läufe pro Woche, davon 1 langer Lauf (18–25 km)

  • 1× Geh-Training (60 Min. zügig)

  • Wochenumfang: 45–55 km

Wochen 5–8 (Spezifik):

  • Back-to-Back Long Runs am Wochenende (Sa: 25–30 km, So: 15–20 km)

  • 1× Nachtlauf (für die Gewöhnung an Dunkelheit)

  • 1× Geh-Training mit Rucksack

  • Wochenumfang: 55–70 km

Wochen 9–10 (Peak):

  • Längster Long Run: 35–40 km (Samstag), gefolgt von 20 km (Sonntag)

  • 1× simulierter Loop: 6 km Runde 4–5× hintereinander mit 5 Min. Pause dazwischen

  • Wochenumfang: 65–80 km

Wochen 11–12 (Tapering):

  • Umfang reduzieren auf 50–60% des Peaks

  • Letzte lange Einheit 2 Wochen vor dem Event (max. 20 km)

  • Fokus auf Schlaf, Ernährung und mentale Vorbereitung

Wichtig: Das ist ein Rahmen, kein starrer Plan. Höre auf deinen Körper. Wenn du am Sonntag nach einem harten Samstag komplett platt bist, dann lauf kürzer oder geh. Das Ziel ist nicht, das Training zu überleben, sondern gesund am Start zu stehen.

Pacing: Die Kunst der Langsamkeit

Der häufigste Fehler bei jedem 24-Stunden-Lauf: Zu schnell starten. Wenn du dich in den ersten 4 Stunden "gut" fühlst, bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit zu schnell.

Die Run-Walk-Strategie

Warte nicht, bis du müde bist, um zu gehen. Plane Gehpausen von der ersten Runde an ein. Das klingt kontraintuitiv, ist aber der Schlüssel zu einem erfolgreichen 24-Stunden-Lauf.

Beispiel-Schema:

  • 25 Minuten locker joggen → 5 Minuten gehen

  • oder: 1 Runde (6 km) joggen → 10 Minuten Basecamp-Pause

Diese 5–10 Minuten Pause pro Stunde senken deinen Puls, lassen dich essen und trinken, halten die Muskulatur locker und geben deinem Kopf einen Reset. Wer das von Stunde 1 an durchzieht, ist in Stunde 20 noch handlungsfähig, während Läufer, die "durchlaufen" wollten, längst im Zelt liegen.

Herzfrequenz als Kompass

Wenn du eine Sportuhr mit Herzfrequenzmessung hast, nutze sie als Pacing-Tool. Dein Tempo für die ersten 12 Stunden sollte bei maximal 65–70% deiner maximalen Herzfrequenz liegen. Das fühlt sich am Anfang viel zu langsam an. In Stunde 18 wirst du dankbar dafür sein.

Faustformel: Wenn du beim Laufen nicht problemlos einen ganzen Satz sprechen kannst, bist du zu schnell.

Rechne nicht

Mathematik ist der Feind des 24-Stunden-Läufers. "Ich bin seit 5 Stunden unterwegs, ich habe noch 19 vor mir" – dieser Gedanke hat mehr Läufer aus dem Rennen genommen als müde Beine.

Dein Horizont ist nicht "morgen um 13 Uhr". Dein Horizont ist die nächste Runde. Die nächste Pause. Der nächste Snack. Alles andere ist zu groß zum Denken.

Ernährung: Das Buffet gewinnt Rennen

Vergiss Gels. Nach 6 Stunden wird dir von süßem Gel schlecht. Ein 24-Stunden-Lauf ist im Grunde ein Essmarathon mit etwas Bewegung.

Was du essen solltest

Bei einem Loop-Event kommst du jede Runde am Basecamp vorbei. Nutze das. Dein Magen braucht nach Stunde 4–6 echtes Essen, keine Gels.

Bewährte Lebensmittel für den 24-Stunden-Lauf:

  • Kartoffeln mit Salz (die Geheimwaffe vieler Ultraläufer)

  • Belegte Brote / Sandwiches (Käse, Schinken)

  • Suppe (Bouillon – perfekt für Natrium und Wärme in der Nacht)

  • Bananen, Orangen, Wassermelone

  • Salzige Snacks: Brezeln, Cracker, Chips

  • Süßes für den schnellen Kick: Kekse, Schokoriegel, Waffeln

  • Babynahrung (kein Witz – leicht verdaulich, hohe Kaloriendichte)

Wann du essen solltest

Iss, bevor du Hunger hast. Das ist die goldene Regel. Der Magen braucht Energie, um Energie bereitzustellen. Sobald das Kaloriendefizit zu groß wird, holst du es nicht mehr auf – das ist der berühmte "Mann mit dem Hammer".

Richtwert: 200–300 Kalorien pro Stunde, ab Stunde 1. Das klingt nach viel, aber du verbrennst bei lockerem Joggen ca. 500–800 Kalorien pro Stunde. Du wirst nie 1:1 ersetzen können, aber du musst den Verlust begrenzen.

Trinken

  • 500–800 ml pro Stunde, abhängig von Temperatur und Schweiß

  • Nicht nur Wasser: Elektrolytgetränke (Natrium!) sind ab Stunde 3 wichtiger als reines Wasser

  • Cola ab Stunde 10–12: Koffein + Zucker + psychologischer Boost. Nicht umsonst steht bei jedem Ultra Cola am Verpflegungsstand.

Was du vermeiden solltest

  • Zu viel Gel/Zuckersirup (Magenprobleme nach Stunde 6)

  • Ballaststoffreiche Lebensmittel (Vollkorn, Hülsenfrüchte – Verdauungsprobleme)

  • Milchprodukte in großen Mengen (außer du verträgst sie gut)

  • Alkohol (auch wenn es verlockend ist – schlecht für Koordination und Dehydrierung)

  • Neue Lebensmittel am Renntag: Iss nur, was du im Training getestet hast

Ausrüstung: Was du wirklich brauchst

Ein 24-Stunden-Lauf auf einem Rundkurs hat einen großen Vorteil: Du brauchst nicht alles mitnehmen. Dein Basecamp ist dein Lager, und du kommst jede Runde daran vorbei. Trotzdem gibt es Dinge, die du unbedingt brauchst.

Die Essentials

Schuhe (2 Paar): Deine Füße schwellen nach 8–10 Stunden an. Ein zweites Paar Schuhe (eine halbe Nummer größer) kann den Unterschied zwischen Weiterlaufen und Aufhören machen. Wechsle bei Bedarf.

Socken (5+ Paar): Trockene Socken sind Gold wert. Wechsle sie alle 4–6 Stunden oder nach Regen. Blasenprophylaxe: Doppellagige Laufsocken oder Hirschtalg/Vaseline auf die Füße.

Stirnlampe: Mindestens 300 Lumen, IPX4, vollgeladen. Plus Ersatzakku. Die Nacht ist lang.

Kleidung zum Wechseln: Mindestens ein komplettes Wechsel-Outfit im Basecamp. In der Nacht wird es kalt – eine trockene Schicht kann Wunder wirken.

Sportuhr/Handy: Für Pacing (Herzfrequenz), Navigation und Sicherheit.

Nice-to-have

  • Klappstuhl fürs Basecamp (Stehen ist Arbeit, wenn die Beine müde sind)

  • Schlafsack oder Decke (für kurze Power-Naps von 10–20 Minuten)

  • Ohrstöpsel (falls das Basecamp laut ist, wenn du dich kurz hinlegen willst)

  • Fußpflegeset: Blasenpflaster, Nadel und Faden, Tape, Vaseline

  • Persönliche Playlist oder Podcast (für die mentalen Tiefs in der Nacht)

Das Mindset: Time > Distance

Das hier ist der wichtigste Abschnitt dieses Guides. Denn die meisten Läufer, die einen 24-Stunden-Lauf abbrechen, tun das nicht wegen der Beine. Sie tun es wegen des Kopfes.

Der "Transition Point"

Irgendwann zwischen Stunde 5 und Stunde 8 passiert etwas: Die Anfangseuphorie ist weg. Die Strecke, die du in Runde 1 noch spannend fandest, kennst du jetzt. Der Schotterweg ist kein Abenteuer mehr, sondern einfach Steine. Und dann kommt der tödliche Gedanke: "Ich bin seit 6 Stunden unterwegs. Ich habe noch 18 vor mir."

Das ist der Transition Point. Hier entscheidet sich, ob du weitermachst oder aufhörst.

3 Strategien für die mentalen Tiefs

1. Kill the Math. Hör auf zu rechnen. Es ist egal, wie viele Stunden noch übrig sind. Es zählt nur: die nächste Runde. Der nächste Snack. Die nächste Pause.

2. Micro-Goals. "In dieser Runde trinke ich die Flasche leer." "In der nächsten Runde gehe ich den ganzen Anstieg." "Nach der nächsten Runde wechsle ich die Socken." Kleine, erreichbare Ziele halten deinen Kopf beschäftigt.

3. Akzeptiere die Tiefs. Ein Tiefpunkt ist kein Zeichen, dass du aufhören solltest. Es ist ein normaler Teil des Prozesses. Tiefs kommen – und sie gehen. Die meisten Läufer erleben das schlimmste Tief zwischen 2 und 5 Uhr nachts. Und fast alle, die durchhalten, sagen danach: "Als die Sonne aufging, war alles anders."

Warum der Sonnenaufgang alles verändert

Es gibt einen Moment bei jedem 24-Stunden-Lauf, über den jeder Teilnehmer spricht: den Sonnenaufgang. Du bist seit 15+ Stunden unterwegs. Die Nacht war hart. Dein Körper ist müde. Und dann wird der Himmel langsam heller, die ersten Vögel singen, und plötzlich fühlst du dich, als hättest du gerade erst angefangen.

Das ist der Moment, für den du trainierst. Nicht der Kilometer 50. Nicht die Bestzeit. Der Sonnenaufgang nach einer Nacht, in der du weitergemacht hast, obwohl alles in dir "aufhören" gesagt hat.

24-Stunden-Lauf als Staffel: Die Alternative für Einsteiger

Nicht bereit für 24 Stunden solo? Kein Problem. Die Staffel ist keine Notlösung – sie ist ein eigenständiges, großartiges Format.

So funktioniert es bei 13_13:

  • 2–8 Personen teilen sich die 24 Stunden auf

  • Ihr bestimmt selbst, wer wann läuft und wie lange

  • Wechsel am Basecamp – ein High-Five, und der nächste ist dran

Warum Staffel ein echtes Erlebnis ist:

  • Strategie: Wer ist die "Nachteule"? Wer übernimmt die Schichten zwischen 2 und 5 Uhr?

  • Verantwortung: Dein Teamkollege wartet auf dich. Du gibst nicht auf, weil du nicht nur für dich läufst.

  • Gemeinsame Erinnerung: Die Stunden am Basecamp, das Warten auf den Läufer, der Sonnenaufgang – diese Momente schweißen zusammen.

Für Firmenteams ist die Staffel übrigens das perfekte Format jenseits des klassischen Firmenlaufs. Kein 30-Minuten-Sprint, sondern 24 Stunden gemeinsames Durchhalten.

FAQ: Die häufigsten Fragen zum 24-Stunden-Lauf

Muss man die ganzen 24 Stunden durchlaufen? Nein. Du darfst gehen, Pause machen, dich hinsetzen, kurz schlafen. Du entscheidest, wie du die 24 Stunden füllst. Bei einem Loop-Event wie 13_13 bist du jede Runde am Basecamp – nutze es.

Wie viele Kilometer schafft man in 24 Stunden? Das hängt komplett von deinem Niveau und deiner Strategie ab. Anfänger, die Laufen und Gehen wechseln, schaffen typischerweise 80–120 km. Erfahrene Ultraläufer erreichen 150–200+ km. Aber die Distanz ist nicht das Ziel – das Erlebnis ist das Ziel.

Kann man als Lauf-Anfänger einen 24-Stunden-Lauf machen? Als Solo-Läufer solltest du mindestens einen Halbmarathon im Training geschafft haben und 6–12 Monate Lauferfahrung mitbringen. Als Staffel-Mitglied reichen 10 km Lauferfahrung, weil du die Belastung mit dem Team teilst.

Schläft man bei einem 24-Stunden-Lauf? Die meisten Läufer schlafen nicht – aber kurze Power-Naps (10–20 Minuten) sind eine bewährte Strategie, besonders zwischen 2 und 5 Uhr morgens. Länger als 20 Minuten ist riskant: Danach fällt das Wiederaufstehen umso schwerer.

Was ist, wenn ich aufgeben will? Dann hast du zwei Optionen: Aufhören – oder eine Runde gehen, einen Kaffee trinken und es noch einmal versuchen. Die meisten Tiefs gehen vorbei, wenn du 15–20 Minuten Pause machst. Erst wenn du nach der Pause immer noch aufhören willst, ist es vielleicht die richtige Entscheidung.

Welche 24-Stunden-Läufe gibt es in Österreich? Es gibt mehrere Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum. Für 2026 planen wir 13_13 in Innsbruck – ein 24-Stunden-Event auf einem ca. 6 km Rundkurs mit Basecamp, Verpflegung und Community. Solo oder als Staffel. Am 12.–13. September 2026.

Was unterscheidet 13_13 von anderen 24-Stunden-Läufen? Bei den meisten 24-Stunden-Läufen geht es um maximale Kilometer. Bei 13_13 geht es um das Erlebnis: Zeit statt Strecke, Ritual statt Wettkampf, Gemeinschaft statt Einsamkeit. Es gibt keine Bestenliste. Es gibt den Sonnenaufgang.

Bereit für dein Abenteuer? 13_13 in Innsbruck – 12. bis 13. September 2026. Solo oder als Staffel. Komm auf die Warteliste.

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Timo Bender Timo Bender

Jenseits vom klassischen Firmenlauf 2026: Warum echte Teams die Nacht durchmachen

Es ist jedes Jahr der gleiche Ablauf. Die HR-Abteilung schickt eine Rundmail, es werden Listen ausgehängt und bunte T-Shirts bestellt. Der Firmenlauf Innsbruck 2026 steht bevor.

Versteh uns nicht falsch: Diese Events sind großartig, um Kollegen mal außerhalb des Büros zu sehen und gemeinsam ein Bier zu trinken. Aber wenn es um echtes Teambuilding geht – um das Zusammenwachsen einer Gruppe durch eine gemeinsame Herausforderung – dann stoßen 5 Kilometer auf Asphalt schnell an ihre Grenzen.

Ein Lauf, der nach 30 Minuten vorbei ist, schafft keine tiefen Erinnerungen. Er ist ein kurzer Sprint. Echter Zusammenhalt entsteht nicht im Sprint. Er entsteht auf die lange Distanz!

Warum der Standard nicht mehr reicht

In einer Arbeitswelt, die immer komplexer und schneller wird, suchen Teams nach Erfahrungen, die Bestand haben. Ein kurzer Firmenlauf ist oft "ganz nett", aber er verändert nichts an der Dynamik im Team. Jeder läuft sein Tempo, man trifft sich im Ziel, man geht nach Hause.

Wir bei 13_13 glauben: Ein Team beweist sich nicht, wenn die Sonne scheint und der Weg nur 5 Kilometer lang ist. Ein Team beweist sich nachts um 03:00 Uhr, wenn die Beine schwer sind, die Müdigkeit kommt und trotzdem einer aufstehen muss, um die nächste Runde für die Gruppe zu übernehmen.

Strategie schlägt Ellbogen

Anders als bei einem klassischen Rennen geht es bei unserem 24-Stunden-Format in Innsbruck nicht darum, wer der Schnellste ist. Es gibt kein Gedrängel am Start und keine Ellbogen-Mentalität.

Für eine Firmen-Staffel bei 13_13 zählt nur die Taktik und der Zusammenhalt:

  • Die Planung: Wer ist die "Nachteule" und übernimmt die schwierigen Schichten zwischen 02:00 und 05:00 Uhr?

  • Die Verantwortung: Verlasse ich mich darauf, dass mein Kollege pünktlich an der Wechselzone steht?

  • Der Support: Wer kümmert sich um Verpflegung und Motivation, während die anderen laufen?

Das ist Projektmanagement in Laufschuhen.

Mehr als nur ein "Lauf"

Wenn ihr für dieses Jahr nach einer Alternative zum gewohnten Tiroler Firmenlauf 2026 sucht, dann ladet euer Team zu einem Experiment ein. Tauscht die VIP-Zone gegen ein Basecamp.

Ein 24-Stunden-Event schweißt zusammen. Die gemeinsamen Stunden am Lagerfeuer, das Warten auf den Läufer, der Sonnenaufgang über der Nordkette nach einer durchwachten Nacht – das sind die Geschichten, die Montagfrüh an der Kaffeemaschine erzählt werden. Und zwar nicht nur am Montag danach, sondern noch Jahre später.

Seid ihr bereit für die Nacht? Stellt euch der Herausforderung jenseits der 5 Kilometer.

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Timo Bender Timo Bender

Nachtlauf: Warum du einmal im Dunkeln laufen solltest – und wie du es richtig machst

Ein seltenes Naturschauspiel: Polarlichter über den Tiroler Alpen bei Innsbruck. Erfahre, warum die Nacht in den Bergen so magisch ist und wie wir diese Kulisse für das 13_13 nutzen – ein 24-Stunden-Lauf-Ritual, das dich die Dunkelheit neu erleben lässt.

Die Tage werden kürzer, der Wecker klingelt im Dunkeln, und wenn du nach der Arbeit rausgehst, ist die Sonne schon weg. Für viele Läufer bedeutet das: Saison vorbei, ab aufs Laufband.

Für uns bedeutet es: Die beste Lauf-Saison beginnt gerade erst.

Laufen bei Dunkelheit ist kein Kompromiss. Es ist eine eigene Disziplin mit eigenen Regeln, eigener Stimmung und einem überraschend positiven Effekt auf dein Training und deinen Kopf. Dieser Guide zeigt dir alles, was du für deinen ersten Nachtlauf brauchst – von der richtigen Stirnlampe bis zur Streckenplanung. Und wir erklären, warum wir bei 13_13 die Nacht zum Herzstück unseres 24-Stunden-Events gemacht haben.

Warum Nachtlauf? 5 Gründe, die dich überzeugen werden

1. Weniger Ablenkung, mehr Fokus

Tagsüber laufen bedeutet: Verkehr, Spaziergänger, Hunde, Radfahrer, visuelle Reizüberflutung. Nachts fällt das weg. Dein Sichtfeld reduziert sich auf den Lichtkegel deiner Stirnlampe, und plötzlich bist du nur noch bei dir, deinem Atem und deinen Schritten.

Viele Läufer berichten, dass sie nachts in einen meditativen Zustand kommen, der tagsüber so nicht möglich ist. Der Grund ist simpel: Dein Gehirn hat weniger Reize zu verarbeiten und kann sich ganz auf die Bewegung konzentrieren.

2. Freie Strecken

Wer in Innsbruck am Sonntagvormittag am Inn joggen will, weiß: Der Weg gehört dir nicht allein. Abends ab 20 Uhr sieht das anders aus. Die Innpromenade, der Weg Richtung Völs, der Baggersee – alles fast menschenleer. Du musst niemandem ausweichen, kannst dein Tempo frei wählen und hast den Blick auf die beleuchtete Nordkette für dich.

3. Bessere Regeneration durch Abendläufe

Studien zeigen, dass moderate Bewegung am Abend die Schlafqualität verbessern kann – vorausgesetzt, du läufst nicht direkt vor dem Schlafengehen mit Vollgas. Ein lockerer Nachtlauf 2–3 Stunden vor dem Einschlafen kann helfen, den Cortisolspiegel zu senken und schneller in den Tiefschlaf zu kommen.

4. Mentales Training

Laufen im Dunkeln trainiert etwas, das im Hellen nicht nötig ist: Vertrauen. Vertrauen in den Untergrund, den du nicht komplett siehst. Vertrauen in deinen Körper, der über kleine Unebenheiten navigiert. Vertrauen in dich selbst, dass du die Runde durchziehst, auch wenn es sich komisch anfühlt.

Für alle, die sich auf einen 24-Stunden-Lauf vorbereiten, ist Nachtlauf-Erfahrung nicht optional – sie ist Pflicht. Die Nachtphase zwischen 2 und 5 Uhr morgens ist bei jedem Ultra die härteste Phase. Wer sie vorher schon kennt, hat einen enormen Vorteil.

5. Die Atmosphäre

Es gibt wenige Dinge, die so beeindruckend sind wie ein klarer Winterhimmel über den Tiroler Alpen bei Nacht. Wer in und um Innsbruck läuft, hat je nach Strecke freie Sicht auf die Nordkette, den Patscherkofel oder das Inntal – alles in einer Stille, die es tagsüber nicht gibt. Und manchmal, in seltenen Nächten, passiert etwas Besonderes: Polarlichter über Tirol. Die Sichtungen häufen sich in den letzten Jahren, und wer in einer solchen Nacht draußen unterwegs ist, erlebt etwas, das man nicht auf dem Laufband bekommt.

Die richtige Ausrüstung für den Nachtlauf

Stirnlampe: Das wichtigste Teil

Ohne Stirnlampe kein Nachtlauf. Aber Stirnlampe ist nicht gleich Stirnlampe. Hier die wichtigsten Kriterien:

Lumen (Helligkeit):

  • Beleuchtete Straßen/Parks: 100–200 Lumen reichen aus

  • Unbefestigte Wege, Schotter, Trail: 300–600 Lumen

  • Komplette Dunkelheit (Wald, Trail): 600+ Lumen

Gewicht: Unter 150 Gramm ist ideal. Alles darüber kann bei langen Läufen Nackenbeschwerden verursachen.

Wasserdichtigkeit: Mindestens IPX4 (spritzwassergeschützt). Wer im Winter in Tirol läuft, weiß: Schneeregen kommt ohne Vorwarnung.

Leuchtmodi: Mindestens zwei Helligkeitsstufen und ein Rotlichtmodus. Rotlicht schont die Nachtsicht und stört andere Läufer weniger.

Akku vs. Batterie: Wiederaufladbare Akkus sind günstiger auf Dauer. Wichtig: Bei Kälte sinkt die Akkulaufzeit deutlich. Im Winter immer mit vollem Akku starten.

Unser Tipp: Du musst nicht das teuerste Modell kaufen. Eine solide Allround-Stirnlampe mit 300 Lumen, IPX4 und unter 100g bekommst du ab ca. 40–60 Euro. Marken wie Petzl (Swift RL, Actik), Black Diamond (Spot) und Ledlenser (MH5) sind bewährt.

Sichtbarkeit: Sehen und gesehen werden

Die Stirnlampe ist fürs Sehen da. Fürs Gesehen-Werden brauchst du zusätzlich:

  • Reflektierende Kleidung: Viele Laufjacken und -hosen haben bereits Reflektorstreifen. Falls nicht: eine leichte Reflektorweste (gibt es ab 10 Euro) kann Leben retten.

  • LED-Clip-Lichter: Kleine, günstige Lichter, die du an der Rückseite deiner Jacke oder am Rucksack befestigst. Blinkend sind sie aus großer Entfernung sichtbar.

  • Helle Farben: Neon-Gelb, Orange oder Weiß reflektieren Autoscheinwerfer besser als Schwarz oder Dunkelblau. Mode ist nachts zweitrangig.

Kleidung: Das Zwiebelprinzip

Nachts ist es kälter als tagsüber – logisch, aber oft unterschätzt. Die Faustregel: Zieh dich an, als wäre es 10 Grad kälter als die tatsächliche Temperatur. Nach 10 Minuten Laufen wirst du froh sein, nicht überdreht angefangen zu haben.

  • Basisschicht: Funktionswäsche (Merinowolle oder Synthetik), die Schweiß abtransportiert

  • Isolationsschicht: Dünner Fleece oder Laufpulli

  • Außenschicht: Wind- und wasserabweisende Laufjacke

  • Mütze: Nicht optional. Über den Kopf verlierst du die meiste Wärme. Eine dünne Laufmütze mit Reflektorelementen ist ideal.

  • Handschuhe: Ab unter 5°C fast immer nötig. Dünne Laufhandschuhe mit Touchscreen-Funktion, damit du dein Handy bedienen kannst.

Streckenplanung: So findest du die richtige Nachtlauf-Route

Nicht jede Strecke, die tagsüber funktioniert, eignet sich für die Nacht. Hier sind die wichtigsten Kriterien:

Untergrund: Asphalt und fester Schotter sind nachts sicherer als technische Trails mit Wurzeln und Steinen. Starte deine Nachtlauf-Karriere auf bekannten, einfachen Wegen.

Beleuchtung: Strecken mit teilweiser Straßenbeleuchtung geben Sicherheit für Anfänger. Du brauchst nicht sofort in die absolute Wildnis.

Verkehr: Meide stark befahrene Straßen ohne Gehweg. Auf Radwegen entlang von Flüssen (wie dem Inn in Innsbruck) bist du vom Autoverkehr getrennt – ideal.

Bekanntheit: Lauf nachts zuerst auf Strecken, die du tagsüber gut kennst. So gibt es keine Überraschungen bei der Navigation.

Nicht allein: Gerade beim ersten Nachtlauf ist ein Laufpartner oder eine Gruppe Gold wert. Das Sicherheitsgefühl steigt, und die Hemmschwelle sinkt.

Nachtlauf-Strecken in Innsbruck: 3 Empfehlungen

1. Innpromenade (Inn-Loop, ca. 5 km) Start am Herzog-Siegmund-Ufer, flach am Inn entlang Richtung Völs und zurück. Teilweise beleuchtet, breiter Schotterweg, kein Autoverkehr. Die Standardrunde unseres Montags-Lauftreffs – auch im Winter bei Dunkelheit.

2. Baggersee Roßau (ca. 3,5 km Seerunde) Komplett flach, ruhig, abseits von Straßen. Nachts sehr dunkel – Stirnlampe mit mindestens 300 Lumen empfohlen. Dafür: absolute Ruhe und ein unvergleichliches Gefühl, wenn sich der See im Mondlicht spiegelt.

3. Olympisches Dorf – Tivoli – Sillschlucht (ca. 5 km) Etwas technischer mit leichten Anstiegen. Die Sillschlucht ist tagsüber schon atmosphärisch – nachts wird sie fast mystisch. Nur für Läufer mit Nachtlauf-Erfahrung und guter Stirnlampe.

Sicherheit beim Nachtlauf: Die 7 wichtigsten Regeln

  1. Sag jemandem Bescheid. Teile deiner Route und voraussichtliche Rückkehr mit einer Vertrauensperson. Oder nutze die Live-Tracking-Funktion von Strava, Garmin oder Apple Watch.

  2. Handy mitnehmen. Vollgeladen, mit Notfallnummern griffbereit. In Österreich: Euronotruf 112 oder Bergrettung 140.

  3. Gegen den Verkehr laufen. Auf Straßen ohne Gehweg: Immer auf der linken Seite laufen, damit du entgegenkommende Fahrzeuge siehst.

  4. Keine Kopfhörer. Oder maximal auf einem Ohr. Nachts sind deine Ohren ein wichtiger Sicherheitssensor – für Autos, Radfahrer, Wildtiere.

  5. Bekannte Strecken bevorzugen. Navigation im Dunkeln ist schwieriger als gedacht. Spar dir neue Routen für den Tag auf.

  6. Ersatz-Lichtquelle. Eine kleine Backup-Lampe oder dein Handy-Licht kann dich retten, falls die Stirnlampe ausfällt.

  7. Aufwärmen. Bei Kälte sind die Muskeln steifer. Starte die ersten 5 Minuten bewusst langsam, um Verletzungen zu vermeiden.

Nachtlauf als Vorbereitung auf ein 24-Stunden-Event

Wenn du planst, bei einem Ultralauf oder 24-Stunden-Event wie 13_13 in Innsbruck teilzunehmen, ist regelmäßiges Nachtlauf-Training nicht optional – es ist eine der besten Investitionen in dein Finish.

Warum die Nacht der schwierigste Teil jedes Ultras ist:

Zwischen 2 und 5 Uhr morgens erlebt fast jeder Läufer ein Tief. Die Körpertemperatur sinkt auf ihren Tagesniedrigstwert, die Melatoninproduktion läuft auf Hochtouren, und dein Körper schreit nach Schlaf. Gleichzeitig bist du seit Stunden auf den Beinen, die Beine sind schwer und die Euphorie der ersten Stunden ist längst verflogen.

Wer diese Phase nur vom Hörensagen kennt, wird überrascht – und überwältigt.

So trainierst du für die Nacht:

  • Einmal pro Woche abends laufen. Kein 3-Uhr-morgens-Alarm nötig. Ein regulärer Lauf nach 20 Uhr bei Dunkelheit gewöhnt deinen Körper an die Bedingungen.

  • Einmal pro Monat ein langer Nachtlauf. 15–20 km nach Einbruch der Dunkelheit, idealerweise mit einer Schleife, die du mehrfach laufen kannst (Loop-Training). Das simuliert die Wiederholung, die du bei einem 24-Stunden-Event erlebst.

  • Ernährung testen. Nachts reagiert der Magen anders auf Nahrung. Teste bei deinen Nachtläufen, welche Snacks du verträgst und welche nicht.

Bei 13_13 – unserem 24-Stunden-Lauf-Event in Innsbruck im September 2026 – ist die Nacht nicht das Hindernis. Sie ist der Kern des Erlebnisses. Die Stunden zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, wenn das Basecamp leuchtet, die Nordkette als schwarze Silhouette über der Strecke steht und du mit anderen Läufern in einer Stille unterwegs bist, die es tagsüber nicht gibt – das sind die Momente, die bleiben.

FAQ: Die häufigsten Fragen zum Nachtlauf

Ist Laufen im Dunkeln gefährlich? Nicht gefährlicher als Laufen bei Tag – wenn du die richtige Ausrüstung hast (Stirnlampe, Reflektoren) und bekannte Strecken wählst. Die größten Risiken (Stolpern, nicht gesehen werden) lassen sich mit einfachen Maßnahmen minimieren.

Welche Stirnlampe brauche ich zum Laufen? Für beleuchtete Wege reichen 100–200 Lumen. Für dunkle Wege und Trails empfehlen wir 300–600 Lumen. Wichtig: unter 150g Gewicht, mindestens IPX4, verstellbare Helligkeitsstufen.

Wie überwinde ich die Angst vor dem Nachtlauf? Starte mit einer Gruppe (z.B. bei unserem Lauftreff in Innsbruck, jeden Montag um 18 Uhr). Lauf zuerst auf beleuchteten, belebten Wegen. Die Angst verschwindet nach 2–3 Läufen.

Darf ich nachts überall laufen? Grundsätzlich ja, auf öffentlichen Wegen und Straßen. In manchen Parks oder Naturschutzgebieten gelten Betretungsverbote nach Einbruch der Dunkelheit – informiere dich vorher.

Was esse ich vor einem Nachtlauf? Wie bei jedem Lauf: leicht verdaulich, 1,5–2 Stunden vorher. Ein Abendessen mit Kohlenhydraten und etwas Protein funktioniert gut. Vermeide schwer verdauliche, fettige Mahlzeiten.

Wie motiviere ich mich, im Dunkeln rauszugehen? Der schwierigste Moment ist das Anziehen der Schuhe. Danach wird es besser. Ein fester Termin (wie unser Montags-Lauftreff) oder eine verabredete Runde mit Freunden hilft enorm. Und nach dem ersten Nachtlauf wirst du verstehen, warum so viele Läufer süchtig danach werden.

Du willst den Nachtlauf nicht alleine ausprobieren? Beim 13_13 Community Run laufen wir jeden Montag um 18:00 Uhr in Innsbruck – auch wenn es dunkel ist. Und im September 2026 laufen wir 24 Stunden, durch Tag und Nacht. Mehr erfahren →

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Timo Bender Timo Bender

Die Wiederentdeckung der Zeit.

Das Manifest von 13_13. Ein 24-Stunden-Lauf-Event in Innsbruck, Tirol, das kein Wettkampf ist. Erfahre, warum das "Bleiben" wichtiger ist als die Kilometer.

Wir leben in einer Welt der Distanzen. Marathon: 42,195 km. Ultralauf mit 3000 Höhenmetern. Alles wird gemessen, getrackt und verglichen. Aber was passiert, wenn die Distanz verschwindet und nur die Zeit bleibt?

Bei 13_13 drehen wir die Logik des Laufsports um. Das Ziel ist kein Ort, an dem man ankommt. Das Ziel ist eine Zeitspanne, die man füllt.

24 Stunden in Innsbruck

Ein Tag hat 24 Stunden. Wir nutzen sie meist, um To-Do-Listen abzuarbeiten. Wir hetzen von Termin zu Termin. Zeit ist eine Ressource, die uns fehlt.

Am 12. und 13. September 2026 machen wir das Gegenteil. Wir treffen uns in Innsbruck, Tirol – und bleiben. 24 Stunden lang. Auf einem 6-Kilometer-Rundkurs am Inn, mit einem Basecamp als Anker.

Indem wir uns bewusst entscheiden, einen Tag und eine Nacht an einem Ort zu bleiben – auf einem Rundkurs in Tirol – geben wir der Zeit ihren Wert zurück. Wir „verlieren" keine Zeit, wir begehen sie. Es ist ein Mindset, das weit über den Sport hinausgeht.

Warum die Runde?

Viele fragen uns: „Ist es nicht langweilig, immer im Kreis zu laufen?" Unsere Antwort: Die Linearität ist eine Illusion.

Wer von A nach B läuft, sieht ständig Neues, kann sich ablenken lassen. Wer im Kreis läuft – im Loop – begegnet sich selbst. In der ersten Runde siehst du die Strecke. In der zehnten Runde spürst du deine Beine. In der zwanzigsten Runde, mitten in der Nacht, begegnest du deinen Gedanken.

Der Kreis zwingt dich zur Auseinandersetzung. Es gibt kein „Ziel", das näher kommt. Es gibt nur das Jetzt.

Das Loop-Format ist kein Kompromiss. Es ist der Kern. Die größten Ultramarathons der Welt – Big's Backyard Ultra, Javelina Jundred, der 24h-Klassiker – setzen auf denselben Gedanken: Die Wiederholung als Ritual. Die Runde als Meditation.

Mehr als ein Ultralauf: Ein Ritual

Wir nennen 13_13 bewusst kein Rennen, weil wir keine Gewinner suchen. In einer Gesellschaft, die ständig optimiert, ist das gemeinsame Durchhalten der radikalste Akt.

Wir starten gemeinsam. Wir leiden gemeinsam. Wir feiern die Stille gemeinsam. Es ist egal, ob du 100 Kilometer sammelst oder 24 Stunden gehst. Was zählt, ist die Entscheidung, zu bleiben, wenn es unbequem wird.

Du kannst solo antreten – oder als Staffel mit 2 bis 8 Personen. Das Basecamp ist für alle da. Die Nacht ist für alle da. Der Sonnenaufgang über dem Inn ist für alle da.

Dein erster Loop

Du musst kein Ultraläufer sein. Du musst keinen Marathon gelaufen sein. Was du brauchst, ist die Bereitschaft, dich auf etwas Neues einzulassen.

Wenn du wissen willst, wie du dich auf 24 Stunden vorbereitest – Training, Pacing, Ernährung, Ausrüstung – lies unseren kompletten Einsteiger-Guide.

Wenn du einfach erstmal die Community kennenlernen willst: Wir laufen jeden Montag um 18 Uhr am Inn. Kein Druck, keine Pace-Vorgabe. Einfach laufen.

Willkommen im Loop.

Komm auf die Warteliste →

Die Plätze für den 12.–13. September 2026 sind begrenzt.

FAQ: 24-Stunden-Lauf-Event in Innsbruck

Was ist 13_13? 13_13 ist ein 24-Stunden-Lauf-Event in Innsbruck, Tirol. Vom 12. September 13 Uhr bis 13. September 13 Uhr. Ein 6-km-Rundkurs, ein Basecamp, kein klassisches Rennen – ein gemeinsames Ritual. Solo oder als Staffel.

Muss ich die ganzen 24 Stunden durchlaufen? Nein. Du bestimmst dein Tempo, deine Pausen, deine Strategie. Gehen ist erlaubt und erwünscht. Was zählt, ist die Entscheidung zu bleiben – nicht die Kilometer.

Für wen ist das Event geeignet? Für alle, die regelmäßig laufen und bereit sind, sich auf etwas Neues einzulassen. Als Staffel auch für Laufanfänger. Es gibt keine Mindestdistanz und keine Qualifikation.

Was kostet die Teilnahme? Die Startgebühr für 13_13 wird auf der Teilnahme-Seite bekanntgegeben. Aktuell kannst du dich auf die Warteliste setzen.

Gibt es eine Staffel-Option? Ja. Teams aus 2 bis 8 Personen teilen sich die 24 Stunden auf. Perfekt für Freundesgruppen, Runclubs oder Firmenteams.

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