Last Soul Ultra: Warum das Backyard-Format den deutschsprachigen Laufsport verändert – und was 13_13 davon lernt

Im Oktober 2025 passierte etwas, das so noch nicht dagewesen war: Über 40.000 Menschen schauten gleichzeitig einem Livestream zu, in dem ein 22-Jähriger im Regen über Feldwege in Nordrhein-Westfalen lief. Stunde um Stunde. Runde um Runde. Bis nur noch er übrig war.

Der Last Soul Ultra hat das Backyard-Ultra-Format in den deutschsprachigen Mainstream gebracht. Und er hat eine Frage aufgeworfen, die auch uns bei 13_13 beschäftigt: Was passiert, wenn man ein Laufevent wie ein Medienprodukt denkt?

Was ist der Last Soul Ultra?

Der Last Soul Ultra folgt dem Backyard-Ultra-Format, das der Amerikaner Lazarus Lake – der Erfinder der legendären Barkley Marathons – 2011 entwickelt hat. Die Regeln sind brutal einfach: Jede Stunde startet eine neue Runde über exakt 6,706 Kilometer. Wer nicht rechtzeitig zurück ist, scheidet aus. Es gibt kein Zeitlimit, kein Distanzziel, kein geplantes Ende. Das Rennen läuft, bis nur noch eine Person steht. Die letzte Seele. The Last Soul.

Organisiert wurde die Premiere von Kim Gottwald, einem 22-jährigen Lauf-Influencer aus NRW, und André Schürrle, Fußball-Weltmeister von 2014. Diese Kombination, Creator-Kultur trifft Prominenz trifft Extremsport, war der Treibstoff für eine mediale Reichweite, die kein Backyard Ultra im deutschsprachigen Raum je zuvor hatte.

Die Premiere 2025: Was passiert ist

Am 3. Oktober 2025 starteten 93 Athletinnen und Athleten in Bornheim bei Bonn. Darunter: erfahrene Ultraläufer, MMA-Kämpfer, Schwimm-Weltmeisterin Leonie Beck, Fitness-Influencer und Hobbyläufer, die per Lotterie einen der 100 Startplätze gewonnen hatten.

Was folgte, war beeindruckend. 90 der 93 Starter schafften die Ultra-Distanz von über 50 Kilometern. 63 knackten die 100-Kilometer-Marke. Der Livestream zog zeitweise über 40.000 gleichzeitige Zuschauer an. Mit Moderatoren, Drohnenaufnahmen und Nachtsichtkameras. Eine sechsteilige Dokumentation erschien wenige Wochen später auf Joyn und YouTube.

Am Ende gewann Kim Gottwald selbst – nach 67 Runden, 448,9 Kilometern und fast 67 Stunden. Eine Leistung, die danach allerdings von einer Debatte überschattet wurde: Gottwald hatte öffentlich erwähnt, während des Wettkampfs eine gefährlich hohe Dosis Schmerzmittel eingenommen zu haben. Eine Diskussion über Gesundheit, Grenzen und Verantwortung im Ultralauf entflammte und sie war wichtig.

Warum der Hype?

Der Last Soul Ultra hat nicht das Backyard-Format erfunden. In Deutschland gibt es seit Jahren eine aktive Szene, vom O-SEE Backyard Ultra bis zum Bienwald Backyard. In Österreich veranstaltet die Austria Backyard Ultra Serie mittlerweile Events, deren 1.800 Plätze für 2026 bereits ausverkauft sind.

Aber der Last Soul Ultra hat etwas geschafft, das keines dieser Events vorher konnte: Er hat das Format einer Zielgruppe gezeigt, die vorher nie davon gehört hatte. Nicht über Lauf-Magazine, sondern über Instagram, TikTok und YouTube. Der Hebel war nicht die Leistungsdichte (die war auf dem Niveau bestehender Top-Events), sondern die Inszenierung: professionelle Produktion, prominente Gesichter, Storytelling in Echtzeit.

Die Formel war: Bekannte Namen als Türöffner, Social Media als Verstärker, das Format selbst als Inhalt. Denn das Backyard-Ultra-Format ist ideal für Content: Jede Stunde eine neue Entscheidung, ein klarer Countdown, wachsende Dramatik, die Möglichkeit, jederzeit einzusteigen.

Für 2026 geht der Last Soul Ultra in die zweite Runde. 150 Startplätze, vergeben per Lotterie und Wildcards über Instagram. Das Starterfeld wird internationaler, die Produktion ambitionierter. Das Event findet im August 2026 statt.

Was 13_13 vom Last Soul Ultra lernt

Wir haben den Last Soul Ultra aufmerksam verfolgt. Nicht, weil wir das Format kopieren wollen – 13_13 ist kein Backyard Ultra und wird keiner. Aber es gibt konkrete Dinge, die der Last Soul Ultra richtig gemacht hat und die wir für unser Event am 3. und 4. Oktober 2026 in Innsbruck mitnehmen.

1. Das Loop-Format erzählt sich selbst

Der Last Soul Ultra hat bestätigt, was wir bei 13_13 von Anfang an geglaubt haben: Ein Rundkurs ist kein Kompromiss, sondern ein Erzählformat. Die Wiederholung erzeugt Dramatik. Jede Runde ist eine neue Entscheidung: Weitermachen oder aufhören? Beim Backyard Ultra ist diese Entscheidung binär – du bist drin oder draußen. Bei 13_13 ist sie weicher: Du kannst pausieren, gehen, schlafen, wiederkommen. Aber die Grundmechanik – der Loop als Rhythmusgeber – ist dieselbe.

2. Produktion ist kein Luxus

Der professionelle Livestream des Last Soul Ultra war kein Nice-to-have, sondern der eigentliche Multiplikator. 40.000 gleichzeitige Zuschauer sind mehr als die meisten Lauf-Events im deutschsprachigen Raum je an Teilnehmern hatten.

Wir planen bei 13_13 keine Livestream-Produktion in dieser Größenordnung. Aber wir investieren von Anfang an in visuelles Storytelling: Nachtaufnahmen, Teilnehmerportraits, die ehrlichen Momente zwischen Aufgeben-wollen und Weitermachen. Content, der die Atmosphäre transportiert – nicht erst nach dem Event als Recap, sondern in Echtzeit.

3. Neue Zielgruppen entstehen nicht in Lauf-Magazinen

Der Last Soul Ultra hat Menschen für das Ultralauf-Thema begeistert, die vorher nie einen Laufblog gelesen haben. Der Zugang war nicht „Wie trainiere ich für 100 Meilen?", sondern „Schau dir an, was dieser Typ gerade durchmacht." Emotion vor Information. Story vor Trainingsplan.

Für 13_13 bedeutet das: Unsere Kommunikation muss über die Running-Bubble hinausreichen. Die Fitness-Community, Outdoor-Begeisterte, Menschen, die nach einem Erlebnis suchen. Sie alle sind potenzielle Teilnehmer. Und sie erreichen wir nicht mit Split-Zeiten, sondern mit Geschichten.

4. Prominenz als Türöffner funktioniert

André Schürrle hat dem Last Soul Ultra eine Aufmerksamkeit verschafft, die rein organisch Jahre gedauert hätte. Das ist keine Kritik, es ist eine Beobachtung. Bekanntheit öffnet Türen, das Format muss sie dann offen halten. Beim Last Soul Ultra hat das funktioniert, weil das Backyard-Format stark genug ist, um auch ohne Schürrle zu bestehen.

Für 13_13 als Debüt-Event in Innsbruck ist das eine Lektion in Demut und Ambition gleichzeitig: Wir brauchen keine Weltmeister, aber wir brauchen Multiplikatoren. Menschen aus der Innsbrucker Lauf- und Outdoor-Community, die ihre Reichweite einbringen – nicht als Testimonial, sondern als echte Teilnehmer.

Was 13_13 bewusst anders macht

Bei aller Bewunderung für den Last Soul Ultra: es gibt fundamentale Unterschiede zwischen dem Backyard-Format und 13_13. Und diese Unterschiede sind gewollt.

Backyard Ultra ist Eliminierung. 13_13 ist Inklusion. Beim Backyard Ultra scheidest du aus, wenn du eine Runde nicht schaffst. Bei 13_13 gibt es kein Ausscheiden. Du kannst pausieren, drei Stunden schlafen und wieder loslaufen. Du bestimmst, wie deine 24 Stunden aussehen.

Backyard Ultra ist Wettkampf. 13_13 ist Ritual. Der Last Soul Ultra hat einen Sieger. 13_13 hat viele. Nicht weil wir Leistung nicht respektieren, sondern weil unser Event auf einer anderen Idee aufgebaut ist: Es geht nicht darum, der Letzte zu sein, der noch steht. Es geht darum, gemeinsam zu bleiben.

Backyard Ultra ist Selbstversorgung. 13_13 ist Basecamp. Beim Last Soul Ultra organisiert jeder Athlet seine eigene Verpflegung, eigene Crew, eigene Infrastruktur. Bei 13_13 schaffen wir den Rahmen: Nutrition-Station, Shelter, Sanitäter, Feuerstelle. Weil wir wollen, dass die Teilnehmer sich auf das Laufen und die Gemeinschaft konzentrieren können – nicht auf Logistik.

Backyard Ultra ist open end. 13_13 ist 24 Stunden. Ein Backyard Ultra kann drei Tage dauern. 13_13 dauert exakt 24 Stunden. Von 13 Uhr bis 13 Uhr. Dieser Rahmen ist bewusst gewählt: Er macht das Event planbar, zugänglich und gibt der Nacht – unserem zentralen USP – einen festen Platz.

Was das für die Laufszene bedeutet

Der Last Soul Ultra und die Backyard-Ultra-Welle zeigen etwas Größeres: Das Interesse an Ausdauer-Events, die anders sind als der klassische Marathon, wächst. In Deutschland gibt es 2026 mehr Backyard Ultras als je zuvor – vom 500-Teilnehmer-Event in Würzburg bis zum privaten Hinterhof-Lauf mit 20 Startern. In Österreich sind die Austria Backyard Ultra Events restlos ausverkauft.

Menschen suchen nach Formaten, die mehr bieten als eine Startlinie und eine Finisher-Medaille. Sie suchen nach Erlebnissen, die sie fordern – körperlich und mental. Nach Gemeinschaft, die über ein Zielband hinausgeht. Nach Geschichten, die sie erzählen können.

13_13 ist unsere Antwort auf genau dieses Bedürfnis. Nicht als Backyard Ultra, nicht als Marathon, nicht als klassischer Firmenlauf. Sondern als etwas Eigenes: Ein 24-Stunden-Laufevent in Innsbruck, bei dem die Nacht der Kern ist und das Bleiben das Ziel.

Wer sich für den Last Soul Ultra interessiert, wird auch 13_13 verstehen. Und wer 13_13 versteht, der weiß: Es geht nicht um die letzte Seele. Es geht um alle, die geblieben sind.

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FAQ: Last Soul Ultra und Backyard Ultra

Was ist ein Backyard Ultra? Ein Backyard Ultra ist ein Ausdauer-Laufformat, bei dem alle Teilnehmer jede Stunde eine Runde von 6,706 Kilometern laufen. Wer nicht rechtzeitig zurück ist, scheidet aus. Das Rennen geht weiter, bis nur noch eine Person übrig ist.

Wer hat den Last Soul Ultra organisiert? Der Last Soul Ultra wurde von Lauf-Influencer Kim Gottwald und Fußball-Weltmeister André Schürrle ins Leben gerufen. Die Premiere fand am 3. Oktober 2025 in Bornheim (NRW) statt.

Wer hat den Last Soul Ultra 2025 gewonnen? Kim Gottwald gewann nach 67 Runden und 448,9 Kilometern in rund 67 Stunden.

Wann findet der Last Soul Ultra 2026 statt? Der Last Soul Ultra 2026 ist für August 2026 angekündigt. 150 Startplätze werden per Lotterie und Wildcards vergeben.

Was ist der Unterschied zwischen einem Backyard Ultra und 13_13? Beim Backyard Ultra gibt es einen Sieger – die letzte Person, die noch steht. Bei 13_13 gibt es viele Sieger. 13_13 ist ein 24-Stunden-Laufevent mit festem Zeitrahmen (13 Uhr bis 13 Uhr), Basecamp-Versorgung und der Möglichkeit, jederzeit zu pausieren. Das Ziel ist nicht Eliminierung, sondern gemeinsames Durchhalten.

Gibt es Backyard Ultras in Österreich? Ja. Die Austria Backyard Ultra Serie veranstaltet mehrere Events pro Jahr in ganz Österreich. Für 2026 sind alle 1.800 Plätze bereits ausverkauft.

Was kostet die Teilnahme an 13_13 in Innsbruck? Alle Informationen zur Teilnahme und Preisen findest du auf unserer Teilnahme-Seite. Aktuell kannst du dich auf die Warteliste setzen.

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